Umgang mit Plagiaten im FBW

Was verstehen wir unter Plagiaten?
Ein Plagiat ist gegeben, wenn Inhalte anderer unter eigenem Namen verwendet oder veröffentlicht werden. Plagiate gibt es in der Forschung (zum Zwecke der widerrechtlichen Aneignung wissenschaftlicher Ergebnisse anderer), in der Lehre (zum Zwecke einer Täuschung in Bezug auf die selbst erbrachte Prüfungsleistung) aber auch in der Kunst.

Wie ist die Rechtslage?
Es gibt keine spezifische gesetzliche Regelung zu Plagiaten. Es gibt aber für die beiden Bereiche, die die Fachhochschul-Aktivitäten betreffen, bereits bestehende Regelungen:

1) Für Plagiate in der Lehre (z.B. bei Seminararbeiten, Hausarbeiten oder Abschlussarbeiten) ist die RPO, ggf. auch die jeweilige SPO anwendbar („Täuschungsversuch“). Wichtig für die Anwendung dieser Regelung ist die zugrunde liegende Absicht des Prüflings, eine Täuschung durchführen zu wollen. Liegt ein Täuschungsversuch vor, ist die Prüfungsleistung mit einer 5,0 zu bewerten. Liegt keine Absicht vor, oder ist die Absicht nicht zweifelsfrei nachzuweisen, so obliegt dem Prüfenden dennoch die Bewertung der Qualität der Arbeit, diese kann ggf. im Hinblick auf die wissenschaftliche Qualität als ungenügend bewertet werden.

2) Für Plagiate in der Forschung (z.B. bei wissenschaftlichen Veröffentlichungen) ist primär die Verletzung des Urheberrechts anwendbar (§§ 12, 15, 25ff UrhG). Zudem ist damit ein wissenschaftliches Fehlverhalten verbunden (HRK 1998). Um den wissenschaftlichen Ruf der Fachhochschule zu schützen, wird das wissenschaftliche Fehlverhalten sanktioniert, eine entsprechende Ordnung ist in Vorbereitung. Eine ggf. zusätzliche Klage wegen Urheberrechtsverletzung ist unabhängig davon weiterhin möglich.

Wie kann man Plagiate vermeiden?
Aus Sicht der Studierenden und akademischen Mitarbeiter ist das beste Mittel eine saubere Quellenarbeit. Zitate werden nicht von allen Lehrenden einheitlich gehandhabt, vergewissern Sie sich im Zweifel wie der jeweilige Dozent Zitate gehandhabt haben möchte. Grundsätzlich sind folgende Aspekte zu beachten:

• Aussagen aus anderen Arbeiten (üblicher Weise von anderen Autoren, aber auch von sich selbst) sind als solche kenntlich zu machen und mit einer Quellenangabe zu versehen. Beispiel: Müller [Mü2009, S. 34] sagt dazu: „Plagiate sind strafrechtlich nicht relevant.“.

• Formulierungen, die sinngemäß Aussagen aus anderen Arbeiten aufgreifen, sind ebenfalls als solche kenntlich zu machen und mit einer Quellenangabe zu versehen. Beispiel: Auch Müller ist der Meinung, dass Plagiate nicht strafrechtlich relevant sind. [Mü2009, S. 34]. Es empfiehlt sich, auch in solchen Fällen den Autor im Text zu nennen.

• Eine umfangreiche Literaturrecherche, die sich in vielen Zitaten niederschlägt, ist ein Zeichen von wissenschaftlicher Qualität. Arbeiten mit sehr wenigen Zitaten sind in den allermeisten Fällen entweder verdächtig, Plagiate zu enthalten - oder einfach von schlechter wissenschaftlicher Qualität.

Auch die Lehrenden haben großen Einfluss auf den Umgang mit Plagiaten in Ihren Veranstaltungen und Prüfungen durch die Studierenden. Folgende Aspekte zu beachten ist dabei hilfreich:

• Seien Sie Vorbild: auch in den eigenen Lehrmaterialien sollten Texte, Bilder, Grafiken etc. mit Quellenangabe versehen sein.

• Formulieren Sie klare Anforderungen an die geforderte wissenschaftliche Qualität der Arbeiten.

• Im Zweifel nehmen Sie sich die Zeit, den Studierenden die Bedeutung von guter wissenschaftlicher Arbeit und den korrekten Umgang mit fremden Inhalten zu erläutern. Steter Tropfen höhlt den Stein!

• Tabuisieren Sie nicht das Internet! Viele wissenschaftliche Arbeiten werden heute sogar nur noch online publiziert. Gerade dann ist aber der saubere Umgang mit Quellen (bei Internet: incl. Zeitpunkt des Abrufs) sehr wichtig.

Weitere Informationen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Plagiat
http://de.wikipedia.org/wiki/Arglistige_Täuschung
http://de.wikipedia.org/wiki/Urheberrecht
http://plagiat.htw-berlin.de/
http://www.fh-brandenburg.de/fileadmin/fhb/studsek/ordnungen/rpo-fhb3.pdf

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